Turkmenistan Wenn der Plan scheitert, beginnt das Abenteuer...

Nachdem wir in weniger als 5 Tagen die Republik Turkmenistan durch die Karakum Wüste, mit ein paar Kratzern, durchquert haben, hier nun ein paar Fotos.

petrodollars 20130609 1221531915Turkmenistan vergibt für individuelle Reisen ohne Führer der Regierung nur Fünftages-Visa, daher mussten die 700km Wüstenstraße in dieser Zeit zurückgelegt werden. Und wehe man kommt vom angegebenen Weg ab, dann gibt es im besten Falle eine Busse vom 1000$, so hat man uns an der Grenze erklärt. Das heißt hier darf nichts passieren, sonst gibt es Ärger. Aber sonst ging der offizielle Teil am Zoll ohne Probleme vor sich. Nach neun Büros mit neun Beamten, unzähligen Stempeln, einigen Abgaben (inklusive Veterinär- und einer nicht stattfindenden Desinfektionsgebühr) und einer gründliche Durchsuchung des Gepäcks waren wir durch.

Die erste Nacht verbrachten wir in Ashgabat, der Geisterstadt aus Marmor. Mit viel Petrodollars werden neue Marmorhäuser und Paläste errichtet. Beim Einfahren fiel vor Allem auf, dass Straßenregeln wieder befolgt werden und dass nicht mehr ununterbrochen gehupt wird, fast schon gespenstisch still und leer war es auf der Straße.

zeltplatz 20130609 1349365146Vor der Abreise am zweiten Tag haben wir unsere Motorräder noch beim netten Tankwart von nebenan mit feinem 95 Oktan, das es im Iran schon lange nicht mehr gab, für die bevorstehende Wüstendurchquerung vollgetankt. Die erste Hälfte durch die Karakum verlief problemlos auf der „neuen“ Straße mit den neuen Schlaglöchern. Der erste Übernachtungstop sollte an einem bei Gasexplorationen entstandenem Krater auf der Hälfte des Weges liegen, mitten in der Karakum. Von der asphaltierten Straße sollte es ca. 12km auf Sand in die Wüste hinein gehen. Schon nach wenigen hundert Metern, mitten auf einer großen Sanddüne, gab es bei meinem Motociklet immer weniger Schub von hinten, bis dann nichts mehr ging und die Kupplung nur noch rutschte. Schade, aber heute würde wohl hier Schluss sein.

gate to hell 20130609 1015472067Den Motor über Nacht abkühlen lassen und Kupplung etwas nachstellen war unser Plan. Am nächsten Morgen wurde wie geplant Kupplung nachgestellt und getestet. Sie war immer noch nicht ok, aber zumindest so, dass zurück auf den Asphalt gefahren werden konnte. Zum Gaskrater ging es dann zusammen mit Christian auf seinem Rücksitz durch den Sand. Nach der Reparatur des Batterieanschluss der Suzuki konnten wir uns dann zurück auf die Straße begeben, Reifen wieder füllen und weiter sollte es gehen, jedoch rutschte die Kupplung immer mehr, bis schließlich nur noch 30km/h erreicht werden konnten.

highway to hell 20130609 1844266383Im Visa-Master-Plan gibt es immer etwas Platz und Möglichkeit, etwas länger zu verweilen, um technische Pannen wie diese zu beheben. Nur genau in diesen 5 Tagen bzw. 700km gabes keinen Platz dafür. Nun gut, wir musstenin zwei Tagen aus dem Land raus, das stand fest. Also wurde das Spannset ausgegraben und abgeschleppt, 300km bis nach Nukus im usbekischen Hinterland. So fuhren wir in zwei Metern Abstand mit zwei Spannsets verbunden weiter, anfangs noch etwas unkoordiniert, später aber ziemlich gekonnt durch die Schlaglochpisten. War sehr unschön zu sehen wie die alte, zuverlässige Suzuki DR750 meine (nicht mehr ganz so) neue, aufgerüstete BMW F800GS aus der Wüste ziehen musste.

Die Ausreise verlief dann problemlos, von einem Beamten zum nächsten, die üblichen Fragen zu den Töffen beantworten, und weiter ging’s nach Usbekistan. Da gab’s nun eine kleine Herausforderung zu meistern, wie im usbekischen Hinterlandeine BMW-Kupplung auftreiben und ersetzten. Bis dann...