Tajikistan - Тоҷикистон The Pamir Highway

Unsere eineinhalbwöchige Reise durch Tajikistan und den Pamir Highway, in der autonomen Provinz Berg-Badachschan, ist klar eines der Highlights unserer Reise. Einige optische Eindrücke sind hier zu finden.

Dschraubenmarkt 20130707 1890696535er Grenzübertritt war einer der einfachsten überhaupt. Keine Formulare und keine Durchsuchungen, es wurden nur kurz ein Zettel ausgefüllt fürs Motorrad und 10$ einkassiert und durch waren wir. Die Strasse nach Dushanbe war komplett dahin und im Neubau, was uns schon mal einen Vorgeschmack auf die Anfahrt zum Pamir gab. In Dushanbe angekommen, logierten wir im Garten des „Adventure Inn“, der Name war dann auch Programm. Es waren einige andere Reisende da, die sich ebenfalls auf das Pamir Abenteuer vorbereiteten, die meisten mit dem Fahrrad. Andere waren mit einem 4WD durch den Pamir gekommen. Und dann war da noch ein pensionierter australischer Mathematiker, welcher im Wakhan Korridor (Afghanistan) Englisch unterrichtet und ein neues Visa braucht. Franzosen und Schweizer waren die am häufigsten anzutreffenden Nationalitäten,wie schon in ganz Zentralasien.

Hier in der Hauptstadt gönnten wir uns einen Tag frei um die Schäden, verursacht von schlechten Straßen und Offroad Fahrten, zu beheben und etwas auf dem Bazar zu stöbern. Nach dem Iran, Turkmenistan und Usbekistan war es sehr erfrischend in Dushanbe, der ärmsten Hauptstadt in der Gegend, einfach um die Ecke zu gehen und an jedem Automaten frisches Geld abzuheben, sowie an jeder Tankstelle gutes Benzin zu bekommen.

rot - gruen - blau 20130707 1970506555Nun waren wir bereit und fuhren los Richtung Osten, dem Pamir entgegen zur afghanischen Grenze. Die Straße war anfangs bestens asphaltiert, jedoch schon bald bestand sie nur noch aus Löchern, Pfützen, Dreck, Sand und Staub, was das Durchschnittstempo massiv drückte. Aber wir hatten ja Zeit. Endlich kam etwas kühlere Luft und auch wieder einige Hügel, ja sogar Berge, welche die endlosen Ebenen unterbrachen. Nach einigen durchquerten Pfützen, einem kleinen 3200m hohen Pass und einer angenehm kühlen Nacht auf der Kuhweide, erreichten wir nun den Panj, Grenzfluss zu Afghanistan, welcher weiter flussabwärts in Usbekistan als Amudarja bereits oftmals unsere Wege gekreuzt hatte. Jeder Flecken der nicht ganz senkrecht ist, wird hier genutzt um Getreide anzubauen, sowohl auf dieser wie auf der gegenüberliegenden afghanischen Seite.

bei rushan 20130707 1729723211Ab hier folgten wir dem Fluss für die nächsten 600km bis weit ins Wakhan Tal. Immer wieder kamen uns Lastwagen entgegen mit riesigen Staubwolken im Schlepptau, zum Teil über Straßen auf denen bei uns nicht mal mehr Autos fahren würden. Das nächste Ziel war Korugh, die Hauptstadt der Autonomen Provinz Berg-Badachschan. Hier holten wir uns ein paar Infos und nahmen erneut einige Reparaturen vor, denn die Straßen verlangten dem Material alles ab. Glücklicherweise, oder eben auch nicht, ist der Hotel Besitzer Handwerker und hat eine kleine Werkstatt mit Schweißanlage. Diese kommt nun erfolgreich zum Einsatz, um den Kofferträger vom Suzuki wieder Pamir-tauglich zu machen. Am nächsten Tag nochmals auftanken und wir fuhren los ins Wakhan Tal. Während die Straße bis hierher in einem engen Tal, schon fast eine Schlucht, verlief, weitete sich nun das Tal. In Ishkashim, am südlichsten Punkt angekommen, legten wir eine Zwangspause ein, mutmaßlich wegen einem gekochten Ei aus Korugh. Auch hier ist eines der Enden der Welt. Einen Tag später fuhren wir weiter dem Wakhan Korridor entlang, der einst zur Trennung des Britischen und Russischen Imperium kreiert wurde. Einen weiteren Tag später erreichten wir Langar das letzte Dorf im Tal, hier vereinen sich der Pamir und der Wakhan im Panj River. Ab hier gibt es 100km bis hinauf auf das Pamir Plateau keine Siedlungen mehr.

schlafzimmer aussicht - vom zelt 20130707 1121686605Der menschenleere Aufstieg zum Pamir Plateau und zurück zum Highway war fantastisch, unter anderem mit bewölktem Blick auf den Hindukush. Den Pamir Highway erreicht, gab es nun wieder Asphalt, dank den Chinesen in bester Qualität bis nach Muhrgab, wo unzählige chinesische Lastwagen unseren Weg kreuzten. In Muhrgab hatten wir ein gemütliches Guesthouse, bereits von Kirgisen betrieben, welche hier die Mehrheit ausmachen. Strom gibt’s nur ab und an, und wenn, dann nur mit sehr niedriger Spannung. Die Straßen verlangten alles vom Material, nun hat es auch den Kofferträger der BMW leicht erwischt, jedoch kann oder muss das bis nach Osch in Kirgistan warten.

fotoshooting auf dem ak-baital-pass 20130707 1410820458Nun bleibt nur noch die Fahrt über den höchsten Pass auf dem Highway (4655m) und runter vom Plateau nach Kirgistan. Ab Murghab gibt es keine Chinesen mehr, daher sind auch die Straßen wieder schlechter, bzw. es gibt keinen Asphalt mehr. Die Pässe meisterten die Mopeds problemlos, jedoch ging uns die Luft beim Fotoshooting aus. Die letzte Passage bietet viele Buckelpisten, welche mit etwas Mut Spaß machen. Fährt man langsam, schüttelt es so fest, dass man fast die Schrauben raus drehen sehen kann. Mit etwas Tempo fliegt die Kiste schon fast über die Piste. Ähnlich wie beim Snowboard fahren rutschten wir über die Piste. Ab und zu kommen Sandpassagen, dann wird es ungemütlich, aber auf keinen Fall bremsen, sonst wird es wirklich gefährlich. Nach einem Tag erreichten wir schon die Grenze zu Kirgistan. Die Ausreise war gemütlich. In drei verschiedene Containern kurz die Passangaben in ein Notizbuch eintragen. Bei der Gepäckkontrolle wechselten wir ein paar Worte und dann war gut. Leider war nun das Pamir Abenteuer bereits zu Ende. Aber nun geht es weiter, nach Osch um Kofferträger zu reparieren und nach Bishkek um Damenbesuch zu empfangen.

P.S.: Die Fotos können nun bewertet werden :-)