Iran - ايران Persien

Wie erwartet und entgegen allen Vorurteilen hatten wir eine super Reise durch den Iran mit Bergen, Reisfeldern, verkehrsreichen Städten, Wüsten und Schafhirten. Einige optische Eindrücke sind in der Gallerie zu finden.

millionaer 20130604 1769338641Der Grenzüberritt mit allen Formalitäten ging flotte 2 Stunden, und wurde komplett von einem jungen Herrn für uns erledigt. Dagegen konnten wir uns unmöglich wehren, denn Sie rissen uns die Dokumente förmlich aus der Hand. Natürlich war am Schluss eine Entlohnung fällig. Ansonsten gab es während der ganzen Zeit keine Probleme offizieller Natur mit Grenzen und Polizei. Obwohl im Osten und zeitlich näher an den Wahlen die Straßensperren öfters und Kontrollen genauer wurden.

Die erste Schwierigkeit im Land war nun die Verständigung, da nur sehr wenige Englisch, Französisch oder Russisch können. Wir haben aber meistens etwas zu essen und ein Zimmer bekommen :-) Die zweite Schwierigkeit war das Handling mit dem Geld. Der offizielle Kurs entspricht bei weitem nicht dem, was man auf der Straße für den Dollar bekommt. Daher erst einmal kleine Mengen wechseln und an den höchstmöglichen Kurs ran tasten. Dann kommen noch die vielen Nullen auf den Noten hinzu, welche den Wert in Rial angeben, jedoch die Preise sind überall in Tuman angeschrieben, welche vom Rial eine Null abziehen. Wuala, die Verwirrung beim Zahlen ist komplett. Es dauerte etwas eine Woche bis man das Bezahlen im Griff hat.

auch im iran hat es schnee 20130604 1378765069Wir fuhren lange dem Kaspischen Meer entlang,mit unzähligen Reisfeldern, welche wohl die ganze Nation ernähren. Am zweiten Abend klopfte es an der Zimmertür und da war Christian aus Schaffhausen, der mit seinem Santana nach China/Indien unterwegs ist. Wir fuhren mit ihm zusammen zwei Tage entlang dem Kaspischen Meer und durch die Alborz Berge (wo es übrigens auch wieder Schnee hatte) nach Teheran.

teheran und ablroz gebirge 20130604 1931333192In Teheran war der Verkehr ziemlich übel, alles verstopft und Regeln gibt es seit Georgien sowieso nicht mehr. Es wird nach Möglichkeit gefahren. Eine Straßenüberquerung zu Fuss stellt ein Abenteuer für sich dar. Es gibt keine Lücken im Verkehr, also muss man mitten durch den Verkehr. Sie überfahren dich in der Regel nicht, bremsen aber auch nicht, sondern weichen nur aus. Ebenfalls abenteuerlich sind Taxifahrten hinten auf den kleinen Mopeds, besser als Europapark :-) Hier hatten wir etwas Zeit um uns umzusehen. Auf dem Bazar gibt es alles zu haben, von der Drehbank über Benzinkanister zu Süßigkeiten, selbst gefärbte Osterküken in der Papiertüte. Ich habe sogar neue Radlager als Ersatz gefunden und beim BMW Service meine Vorderbremsen gereinigt und neu gefettet, da sie ungleiche Abnutzung aufwiesen. Auf der Chinesischen Botschaft waren wir ebenfalls nochmals. Diesmal schien ein Visum möglich zu sein, jedoch nur innerhalb von 5 Tagen. Daher werden wir es in Zentralasien nochmals versuchen.

off road iv 20130604 1150929381Auf der Fahrt nach Esfahan im Süden konnten wir nun endlich unsere Zelte benutzen. In Esfahan selbst genossen wir das obligatorische Touristenprogramm und bereiteten uns auf die erste grosse Wüstendurchquerung vor, der Dasht-e Kavir. Für die Reichweite hatten wir dann noch zusätzlich zwei Kanister Benzin vom Bazar in Teheran dabei, ergänzt mit einer neuen Dichtung aus einem Gummischlauch. Die Durchquerung ging ohne Probleme vor sich, inklusive einigen Off Road Einlagen. Dazwischen wurde dann noch einer der beiden Ersatzreifen aus Baku für die Suzuki montiert.

Am letzten Tag bevor wir Mashad, die unfreundliche Pilgerstadt im Osten, erreichten, zeltelten wir unterhalb eines Steinbruchs. Die Jungs vom Steinbruch haben uns dann am nächsten morgen aus dem Zelt geholt und ihren Steinbruch bei einem Tee gezeigt. Da wir etwas zu schnell durch die Wüste vorwärts kamen, bzw. die Reserven nicht brauchten, mussten wir noch zwei Tage in Mashad abwarten bis wir nach Turkmenistan weiter konnten.