Azerbaijan – Azərbaycan Playing the Game

Nachdem wir nun auch Aserbaidschan ohne größere Probleme verlassen konnten, gibt es dazu auch noch ein paar Fotos.

flame und tv tower 20130512 2045337355Über Aserbaidschan haben wir im Vorfeld bereits einiges Schlechtes gehört bzw. gelesen, von korrupter Polizei an jedem Ecken, Bürokratie und dass es nur Transit Visa für die Mopeds gibt. Daher gingen wir etwas gespannt auf die Grenze los. Wie erwartet, gab es nur ein  Drei-Tage-Transit-Visa für die Mopeds, obwohl wir für uns ein 30 Tages Visa hatten. Nach einigen Überredungsversuchen auf English, Russisch und Französisch und der dreimaligen Bestätigung der Beamten (einer konnte passabel Französisch), dass bei einer Verletzung der 3 Tage nur eine Busse von 20 Manat (20€) fällig sei, willigten wir ein. Daher fuhren wir bereits nach nicht einmal einer Stunde an der Grenze in das Land ein, ohne Bürokratie und ohne einen Cent zu bezahlen. Bis nach Baku wurden wir von keinem einzigen Polizisten angehalten, entgegen den Verheißungen auf diversen Foren. Nun, uns war es Recht, auch wenn nun die bevorstehende Ausreise mit großer Spannung erwartet wurde, da nicht sicher war, ob das mit den 20 Manat auch wirklich stimmte...

im alten soviet hotel 20130512 1880475115Auf dem Land übernachteten wir in alten abgewirtschafteten Sowjetischen Hotels, zusammen mit den Ameisen und rostigen Badezimmern. Ganz anders wars es, als wir dann in Baku ankamen, viele neue Gebäude (wenn auch viele nur mit neuer Fassade) und schöne öffentliche Plätze. Baku boomt... genauso wie Batumi. In der knappen Woche die wir da waren, übernachteten wir in insgesamt drei Hotels, jeweils in der schönen UNESCO Altstadt. Wobei die Altstadt neu war, da sie fast komplett renoviert wurde. Bis auf einige kleine Häuschen, die noch von den seit Generationen hier lebenden Azeris bewohnt und gewartet werden. Einer davon lund uns, unabweislich, zum Chai ein, und wollte uns (der Schweiz) sogar eine riesige Brücke schenken, wenn wir wollten. Denn Sie haben ja genug Geld (bzw. Öl).

auf dem pneu bazar 20130512 1057598730Aber eigentlich waren wir in Baku, um unsere Motorräder wieder auf Vordermann zu bringen. Nachdem wir fast die ganze Stadt erfahren hatten, fanden wir die Suzuki und BMW Vertretung, wenn auch nicht immer ganz einfach. Jedoch waren beide nicht im Stande, Ersatzteile und neue Pneus zu liefern, bzw. zu bestellen. Nun da wir von den Visa getrieben waren, konnten wir  nicht ewig auf einen Import warten und beschlossen, nur das Nötigste zu erledigen, wie Ölwechsel ohne Ölfilter-Wechsel, Kette reinigen und die Suche nach gebrauchten 17 Zoll Hinterreifen für den Suzuki, die es angeblich in Baku auf keinen Fall gibt. Wir hielten Ausschau nach Mopeds mit gleicher Reifengröße und fanden einige davon . Als wir provokativ vor drei passenden Modellen standen, kamen auch bald die Besitzer und die Diskussion um Pneus in Baku ging los. Schlussendlich fuhr dann Christian mit einem von Ihnen auf dem Rücksitz gegen den Verkehr aus der Stadt hinaus zum Bazar. Da gab es dann zuhinterst hinten im „Lager“ noch zwei passende, gebrauchte Pneus, wuala!

mit viel kraft wird die schraube angezogen 20130513 1354094082Nun waren wir bereit für die nächste Etappe und fuhren Richtung Süden zur Iranischen Grenze. Unterwegs gab es dann noch eine kleine Bekanntschaft mit einem lokalen U-Turn Kia Fahrer, was uns dann noch einige Arbeit einbrachte. An der Grenze waren wir nun gespannt, ob wir das Land überhaupt noch verlassen konnten, mit den längst abgelaufenen Transit-Visa. Alles ging freundlich und reibungslos, bis der kurz vor Pension stehende Beamte merkte, dass das Transit-Visa abgelaufen war. Dann werden wir von einer Dame zum Chef begleitet, der gelassen unsere Daten in sein Computer eingab und uns Chai servieren liess. Nach ein paar Minuten gab es dann den Bussenzettel über 20 Manat, den wir glücklicherweise direkt bei Ihm begleichen konnten. Alles ok! Daher wieder zurück zum netten Beamten, der wie angekündigt im Mittag war. Daher gab es ein angenehmes Mittagsschläfchen, welches auch nötig war, da unsere Nachbarn in der Nacht zuvor ein grölendes Fest zu feiern hatten. Nach dem Mittag ging es dann schnell und wir hatten den Ausreisestempel und nur noch das Gepäck musste durchsucht werden, welches jeweils nach 1s auch schon erledigt war.

Wir überquerten das kleine Grenzrinnsal und vor uns stehen Iranische Soldaten im Wüstentarnanzug. Wir sind in Persien! Von nun an gibt es wohl nicht mehr tägliche Routen-Updates. Dann bis in Usbekistan...