Australia The Outback

Als letzte der königstreuen, britischen Kolonien steht nun der Australische Kontinent auf dem Programm. Einmal quer durchs Outback von Darwin nach Sydney.

Nachdem ich mich bereits an höhere Preise in Kanada gewöhnt habe, kommt hier nochmals ein kleiner Preisschub. Denn Australien ist sehr teuer, insbesondere hier im Norden in Darwin, wo alles mit den riesigen Roadtrains eingeführt werden muss. Hotels sind nicht zu bezahlen, daher wohne ich erst in einem Hostel, wo ein Einzelbett im Schlafsaal doppelt so teuer ist wie eine Luxussuite in weiten Teilen Südostasiens. Sobald ich aber mein Zelt aus der Quarantäne habe, werde ich den Rest meines Australienaufenthaltes darin verbringen und wieder selbst kochen müssen. Die Gemeinsamkeit mit den anderen britischen Kolonien ist in Bezug auf die vielen verwahrlosten Menschen auf den Strassen sofort festzustellen.

quarantaene inspektion 20140915 1204018478Bevor der Spass losgehen kann, muss ich meinen Töff aus den Klauen der Quarantäne- und Zollbehörden befreien. Der nette Beamte auf dem Zollbüro, wo ich als erstes mein Carnet einstempeln soll, ist sehr zuvorkommend und schickt alle Unterlagen direkt an die Quarantänebehörde. Die werden meine Dokumente prozessieren und dann zusammen mit dem Zoll einen Termin zur Begutachtung vereinbaren. Ich soll mich in einem halben Tag da telefonisch für die Vereinbarung des Termins melden. Erleichtert gehe ich zurück ins Hostel und kämpfe etwas gegen den ewigen Zerfall meines Equipments. Sechs halbe Tage und einige Anrufe später bekomme ich dann einen Termin, dieser ist in einer Stunde im Hafen beim Töff. Pünktlich angekommen treffe ich Tom, der auch sein Töff aus dem Zoll befreien will. Zusammen warten wir eine weitere Stunden bis die Inspektion los gehen kann.

Das erste Mal wird für das Carnet die Motornummer von der Zollbeamtin überprüft und glücklicherweise für richtig befunden. Die Quarantäne-Lady untersucht mein Equipment und das Moped mit einer Taschenlampe. Von einer „extremen“ Inspektion, wie sie von einigen hysterischen Forenschreibern geschildert wird, ist es weit entfernt. Im Vergleich zu meiner Putzaktion in Dili und den Gebühren dafür geradezu lächerlich. Auch Tom's Zebra kommt ohne Probleme durch, er hat es nur kurz in einer Strassenwäscherei in Dili reinigen lassen. Einmal mehr gelernt, dass man hysterischen Forenschreibern nie glauben darf. Nachdem die Papiere prozessiert sind, dürfen wir den Quarantänebereich verlassen und fahren zusammen zur nächsten Hürde, der australischen MFK. Die Prüfung ist schnell gemacht, für ebenfalls viel Geld wird geprüft, ob auch alle Lampen und Lämpchen funktionieren, Bremsen oder ähnliches interessiert die Herren nicht. Länger geht es mit dem Papierkram. Nach zwei Stunden, einigem Hin-und-Her-Geschiebe von Dokumenten und vielen Dollars Gebühren dürfen unsere Pferde nun in Australien auf die Strasse. Das ist wahrscheinlich die übliche britische Bürokratie, die wir schon in den anderen britischen Kolonien erleben durften.

exhaust flasch ii 20140915 2045378788Nun muss ich mich um meinen Auslasskrümerflansch kümmern, bei dem in Dili die eine Schraube abgebrochen ist. Ich habe bereits vor zwei Monaten bei BMW hier in Darwin die Teile bestellt und vereinbart, wann ich komme. Dies dachte ich zumindest. Im schönen Laden angekommen wird mir mitgeteilt, dass weder Teile bestellt wurden, noch sie Zeit hätten, während den nächsten drei Wochen. Stinkwütend darüber, jemals diese Marke gekauft zu haben, verlasse den Ort wieder. Am nächsten Tag suche ich, zusammen mit Tom, eine andere Werkstatt. So etwas wie in Asien muss es doch hier auch geben, eine Strassenwerkstatt die alles kann. Wir finden die perfekte Werkstatt, mit Bruce Willis persönlich. Nachdem ich alle Verschalungsteile entfernt habe, legt er los, als wäre er direkt aus einem Actionfilm gekommen, um nun seine nächste Heldentat an meinem Flansch zu vollbringen. Nach drei Stunden und viel Geschick ist der Rest der durchgehärteten Schraube aus dem Gehäuse aus-, und ein Helicoil eingebaut. Ein BMW-Schnösel hätte wohl Tage gebraucht, inklusive Demontage und Montage der Verschalung, wofür er ja kein Prozedere gehabt hätte, da mein Töff mit dem Zusatztank nicht mehr dem Standard entspricht.

wasserfallpool ii 20140915 1364566646Da Tom und ich für die nächsten Tage die gleichen Pläne haben, fahren wir zusammen zur ersten Attraktion in Australien, dem Lichfield Nationalpark hier im tropischen Norden. Nun fahre ich nach eineinhalb Jahren tatsächlich durchs Australischen Outback. Die Fahrt geht entlang von Millionen Termitenhügeln, ein paar wenige sind Haushoch und andere richten sich genau nach Norden aus. Die Zeltplätze liegen alle an kleinen Wasserfällen mit einem schönen Wasserbecken, um darin zu baden. Jedoch sollte man diesmal den Warnschildern Beachtung schenken, die vor Krokodilen warnen. Denn diese gibt es hier anscheinend reichlich. Auf dem Weg zum Kakadu Nationalpark mache ich einen Bootsausflug auf dem Adelaide River, hier werden Krokodile mit etwas Fleisch geködert, damit Sie einen Luftsprung machen und wir Touristen ein Foto machen können. Wir sehen vom Krokodill-Baby bis zum 6m langen „King of the River“ sehr viele Krokodile aus nächster Nähe. Dazu kommen noch einige Raubvögel, welche auch mit ein paar Fleischstückchen angelockt werden. Bei einem Einkauf ein paar Tage später erzählte uns eine Outback-Lady mit wenig Verständnis, dass beim Adelaide River ein chinesischer Tourist vom Krokodil gefressen wurde. Im Park angekommen, ist der Name Programm und er wimmelt von Kakadus und anderen exotischen Vögeln. Im Allgemeinen kann man überall die Australischen Tiere begutachten, Flughunde, kleine Schlangen und Wallabies. Im Park besuchen wir einige Felszeichnungen der Aborigines und Tom macht ein paar Filmaufnahmen für seinen geplanten Kinofilm über Langzeitreisende.

suedlicher wendekreis 20140915 1890073265Nach dem Akklimatisieren in den Parks ist es nun an der Zeit in Richtung Zentrum des Kontinents vorzudringen. Wir fahren auf dem berühmten Stuart Highway, welcher den ganzen Kontinent von Norden nach Süden durchquert, von Darwin nach Adelaide. Hier gibt es Roadtrains, Roadkill und Waldbrände. Die berüchtigten Roadtrains sind Lastwagen mit gewöhnlich drei bis vier, manchmal fünf und selten bis zu sechs Anhängern. Bis zu 180 Tonnen dürfen die wiegen und donnern mit 100 Kilometer pro Stunde durchs Outback. Da diese Monster kaum bremsen können und Wallabies, Kängurus und Rinder nicht auf die Strasse achten, sind die Strassengräben gesäumt mit tausenden Kadavern in allen Verwesungszuständen, von frisch angefahren bis zum Skelett. Waldbrände gibt es auch hie und da zu sehen, einige kontrolliert um „aufzuräumen“, andere dagegen sehen weniger kontrolliert aus und werden aktiv mit Lösch- Helikopter und Flugzeugen bekämpft. Das Klima ist perfekt, es herrscht Trockenzeit hier im Norden. Es ist angenehme 25 bis 30° Grad warm, jedoch nachts im Zelt schon ziemlich kalt. In den kleinen Städtchen halten wir jeweils an, um Wasser und Essen zu kaufen. Die vielen verwahrlosten Aborigines in den Städtchen fallen sofort auf. Viele Australier fragen meisten nach der Sicherheit in Asien. Ich sage ihnen jeweils, dass ich in Asien praktisch nie Angst hatte um meinen Töff und das Equipment, hier in Australien jedoch schon. Lustig sind auch die originellen kleinen Ortschaften, welche aus einer kleinen Tankstelle und einer Bar mit integriertem Restaurant bestehen. Kurz, beziehungsweise 600 Kilometer vor Alice Springs trennen wir uns, da Tom nach Osten muss. Ich fahre weiter nach Süden, vorbei an den Devils Marbles, riesigen natürlichen runden Steinen, die aufeinander gestapelt sind. Schon bald danach passiere ich den südlichen Wendekreis, bevor ich dann im Zentrum des Kontinents in Alice Springs ankomme.

auf dem red center way ii 20140915 1114008790Übernachtungsmöglichkeiten gibt es vom Luxuszeltplatz mit Pool, Wäschesalon, Duschen und Wifi, über kleine von Gemeinden zur Verfügung gestellten Plätzen mit oder ohne WC's, bis hin zu freien Stellplätzen ohne Komfort. Die kleinen sind die besten mit den wenigsten Leuten, da kann man den perfekten Sternenhimmel beobachten, ohne jegliche Lichtverschmutzung. Das gab es zuletzt in Kasachstan. In Alice Springs rüste ich mich noch mit neuer Liegeunterlage und langer Icebraker Thermounterwäsche aus, um nachts gemütlich warm zu haben. Nun bin ich bereit für die erste richtige Outback-Testtour auf dem „Red Center Way“, einer Rundfahrt von 1'300 Kilometer, davon 150 Kilometer Offroad zum Uluru, den Olgas und zurück. Ich lade meinen Gaul mit 36 Liter Benzin, 26 Liter Wasser und einem Kilogramm Teigwaren. Damit komme ich 900 Kilometer weit und sollte etwa vier Tage überleben können. Der erste Teil entlang von kleinen Bergkämmen und riesigen Kratern auf einer Offroad Strasse ist fantastisch. Daher gibt es auch fast keine Leute und das Camp gehört mir und den Vögeln ganz alleine in der Nacht. Später muss ich auf die geteerte Hauptroute zum Uluru abbiegen. Bei den Roadhouses, welche meistens Zeltplätze, Restaurant, WC's und Tankstellen zur Verfügung stellen, halten immer wieder grosse Busse mit viel Volk. Viele wollen Small Talk betreiben, ich habe aber keine Lust mehr auf immer die selben Fragen. Ein älterer Herr meinte, hier sei das echte Outback. Für mich sind diese Orte, an denen die Strassen geteert waren, die Touristenbusse voll und die Restaurants allzeit verfügbar, das Gegenteil von Outback. So bringe ich die Tour zum Uluru und den Olgas schnell hinter mich und mache die obligatorischen Fotos beim Sonnenuntergang und fahre zurück nach Alice Springs.

auf dem plenty highway ii 20140915 1570894409Meine Ausrüstung ist nun getestet und bereit für das echte Outback - den Plenty Highway!Dieser führt etwas nördlich von Alice Springs Offroad mit einigen Sandstellen nach Osten, entlang der Simpson Wüste, in das kleine Örtchen Boulia. 800 Kilometer Outback mit ein paar wenigen Versorgungsstellen, so muss das Outback sein. Verkehr gibt es fast keinen, alle paar Stunden mal ein Auto oder Truck. Diese wirbeln soviel Staub und Sand auf, dass ein Weiterfahren für ein bis zwei Minuten unmöglich ist und man zwingend anhalten muss. Übernachtet wird auf freiem Feld im Outback, ganz alleine. Am zweiten Tag passiert es nun endlich, ich habe meinen ersten Töff-Platten, mitten im echten Outback. Ich bin vorbereitet, genügend Wasser, Essen, Zeit, Ersatzteile und Werkzeuge habe ich dabei. Somit kann ich ganz entspannt anfangen. Glücklicherweise befindet sich da gerade eine kurze geteerte Passage, welche an kritischen überschwemmungsgefährdeten Stellen angelegt wurden, so kann der Töff tiptop auf den Ständer gehoben werden. Mit dem Trick aus dem Lernvideo von „Horizon Unlimited“ kann ich den Töff als Hebel benutzen, um den Reifen von der Felge zu lösen. Und so finde ich das abgerissene Ventil. Das Schlimmste, was passieren kann. Wie schon bei Christian in Usbekistan ist da nichts mehr zu machen. Damals habe ich recherchiert und Ventile zum Aufvulkanisieren gesehen, jedoch leider nie bestellt. Somit muss nun der Ersatzschlauch rein. Kurze Zeit später bin ich wieder auf dem Weg nach Boulia.

breaking the bead 20140915 1194877937Boulia ist ein Dorf mit 200 Einwohner, Hauptort einer Provinz eineinhalb mal so gross wie die Schweiz, jedoch mit 600 Einwohnern. Es gibt einen Zeltplatz, eine Werkstatt, ein paar Kaffees und einen General Store, inklusive Reifenwerkstatt. Leider gibt es benötigte Schlauchgrösse nicht hier. Ich will für die Weiterreise einen Ersatz, denn dieser „Single Point of Failure“ ist mir zu riskant. Die Reifenwerkstatt kann kein Ersatzventil, welches es hier gibt, auf den alten Schlauch vulkanisieren, so wie es der Vulkanisierer in Usbekistan ganz selbstverständlich konnte. Zudem habe ich nach wie vor Probleme mit dem Verständnis der ziemlich rohen Outback-Menschen hier draussen und ihrem allgemein nicht verständlichem australischen Englisch. Geplant habe ich eine Weiterfahrt nach Süden, weiterhin entlang der Simpson Wüste bis nach Adelaide, weitere 1500 Kilometer Offroad. Ohne Ersatz muss ich jedoch auf der hier wieder vorhandenen Teerstrasse nach Osten fahren. 400 Kilometer weiter liegt die nächste Ortschaft, wo es Schläuche gäbe, aber danach wieder zurück zu fahren will ich nicht.

downtown brisbane ii 20140915 1726140404Somit ändere ich meinen Plan und fahre weiter nach Osten bis Brisbane am Pazifik. Die 1500 Kilometer lange Strasse ist mit tausenden Kängurukadavern gesäumt. Die Kängurus kommen bei Dämmerung aus ihren Verstecken und hüpfen ziemlich schnell über die Strassen. Oftmals springen Sie von der Seite in die Fahrzeuge rein, weil sie sich noch nicht an schnelle Fahrzeuge gewöhnt haben. Zwei wollen mich auch fast abschiessen. In der Grossstadt Brisbane gibt es nun wieder, vermeintlich, alles zu kaufen. Daher mache ich etwas Unterhalt und organisiere neue Heidenaus, denn die alten sind erheblich schneller abgelaufen als die ersten und schon deutlich unter der Markierung. Die Demontage und Montage darf ich selbst machen, das Reifenaufziehen macht der Händler mit der Maschine. Als nächstes brauche ich einen neues Reissverschluss für meine Koffertasche, denn dieser ist nach dem vielen Staub in Asien und Australien nicht mehr zu flicken. Es ist mir in zwei Tagen nicht möglich als Privatperson in der Grossstadt einen Reissverschluss zu bekommen. Der Grosshändler verkauft nur an Firmen, genauso wie Onlinehändler, und Schneidereien machen einen unverschämten Preis und bräuchten mehrere Tage dafür. Allgemein scheint es in Australien sehr ungewöhnlich, wenn jemand etwas selbst machen will.

postcard i 20140924 1715376034So gebe ich auf und fahre der Pazifikküste entlang in den Süden, nach Sydney. Das Reisen hier ist so einfach wie langweilig. Da ich nun eine Woche zu früh bin, wegen der Planänderung, mache ich eine Woche Ferien südlich von Sydney im Boodoree Nationalpark. Hier gibt es viele Kängurus, welche sich von den Menschen nicht mehr beeindrucken lassen und auf die Zeltplätze kommen. Ebenso hat es freche Papageien und Possums, welche sich sofort am Essen zu schaffen machen, sobald man nicht schaut. Ich habe nun viel Zeit für den Strand und zum Joggen, mit den Kängurus und Echidnas. Denn die Töff-Hosen wurden bei dem vielen grillen in Kanada doch etwas kleiner. Der Strand soll angeblich der weisseste in ganz Australien sein, vielleicht sogar der ganzen Welt, steht in der Broschüre. Ich hab jedoch andernorts genauso weisse gesehen, einmal mehr sollte man nicht alles glauben. Eine Woche später gehe zurück nach Sydney, meiner letzten Station hier in Australien. Hier besuche ich das Sealife Aquarium und den Wildlife Zoo mit allen Australischen Tieren, welche ich noch nicht live gesehen habe. Schlussendlich steht noch das finale Fotoshooting mit der Sydney Opera auf dem Programm, aus welchen dann Postkarten gedruckt werden.

downtown sydney ii 20141002 1972516882Neben dem Touristenprogramm in Sydney, muss der Sunset-Eagle für seine Heimreise nach Europa vorbereitet werden. Organisatorisch habe ich in Darwin schon alles vorbereitet, nun muss ich nur noch das Carnet abstempeln lassen und den Töff in die Kiste packen. Der erste Spediteur, mit dem ich eigentlich schon fast alle Details geklärt hatte, konnte per se nicht verstehen, warum ich eine eigene Kiste bauen will, um damit mehrere hundert Dollars zu sparen, ganz im australischen Stil. Dazu hätte ich den Töff nicht selbst verpacken und vorbereiten dürfen, sondern hätte das einem BMW-Vertreter für viel Geld überlassen sollen. So bin ich dann zum zweiten gekommen, bei dem hätte ich dann die Möglichkeit gehabt, eine eigene zu bauen. Jedoch war sein Preis einiges tiefer und es wird der letzte Transport sein, so habe über ihn eine etwas grössere Kiste von BMW bestellt, welche sie für ihre Transporte benutzen. Als Erstes muss ich aber am Flughafen beim Zoll mein Carnet abstempeln lassen. Nachdem die Beamten-Dame sich bei Ihrer Schichtleiterin erkundigt hat, ob ich denn das überhaupt als Privatperson alleine machen dürfte, beginnt sie meine Identität mit einem Formular festzustellen. Nach dem Eintragen meiner Pass-Daten ist meine Identität zu 70% identifiziert. Zur 100%-Identifikation muss aber noch ein weiteres Dokument vorgelegt werden, wie zum Beispiel eine Kreditkarte. Daher werfe ich ihr ein halbes Dutzend weitere Dokumente auf den Tisch. Nun wechselt sie seufzend, in Anbetracht der ihr bevorstehenden Herausforderung, zum Carnet. Mit einer Kollegin rätselnd füllt sie die wenigen Zeilen, im in ihrer Muttersprache geschriebenen Dokument aus und setzen den Stempel sehr zögerlich drauf.

verpacken - stufe ii 20140925 1142635923Am nächsten Tag geht das Einpacken beim Spediteur los. Als Erstes muss ich die Batterie abklemmen, zum Glück darf ich das selbst, denn der allgemeine Preis dafür in Australien wären lächerliche 65$ für das Lösen von zwei Kabeln. Danach müssen die beiden Tanks geleert und mit Alkohol gereinigt werden, damit der Töff nicht als „Dangerous Good“ deklariert werden muss. Das anschliessende Packen auf die Palette ist sehr schnell und einfach gemacht, nur das Vorderrad und Windschild muss ich abbauen und gleichzeitig haben auch beide Koffer und der Helm Platz in der Kiste. Die Kiste ist, wie üblich bei BMW, ziemlich billig aus Karton mit etwas verstärkendem Holz und wenigen Nägeln gefertigt. Kurz nach Feierabend ist alles erledigt und der Transport bezahlt. Gemäss Plan fliegt er zwei Tage vor mir ab und erreicht über Singapur, London und Madrid fliegend zwei Tage nach mir Lissabon.

Nun ist es für mich Zeit die Kolonie zu verlassen und ein letztes Mal um die halbe Welt nach Südwesteuropa zu fliegen. In zwei Tagen geht es über Kuala Lumpur und Frankfurt nach Lissabon, wo noch einmal Claudia für eine Woche zu Besuch kommt.